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Unser diesjähriger Sommerurlaub hat uns mit
dem Auto quer durch den Osten Deutschlands, ja sogar bis nach Dänemark geführt,
aber dazu später mehr.
Mit vollgepacktem Kombi ging es zunächst
nach Dresden, wo wir ein paar sehr schöne Tage verbrachten. Unser Hotel lag
direkt neben der unsagbar schönen und mit großem Aufwand restaurierten
Frauenkirche inmitten des Dresdner Stadtzentrums. Nach einer Schiffsrundfahrt auf der Elbe, einem Rundgang
durch den berühmten Dresdner Zwinger und einem Besuch des Jagdschlosses Moritzburg führte uns unser Weg
selbstverständlich auch in die Geburtsstätte des Europäischen Porzellans, nach
Meißen. In der Porzellanmanufaktur angekommen leuchteten zwar zunächst meine
Augen, aber bei einem Blick auf die Preise verloren sie ihren Glanz ziemlich
zügig… ein Besuch des "Factory Outlet" in Meißen lohnt sich also eher
aus ideellen, denn aus monetären Gründen.
Auf dem Weg zu unserem eigentlichen
Urlaubsziel, der Ostseeküste in Gestalt der Halbinsel Darß, legten wir noch
einen Zwischenstopp im Spreewald ein. Neben der kaum vermeidbaren
Spreewaldgurke, die so frisch herrlich schmackhaft war, liegt der eigentliche
Reiz dieser Region in seiner besonderen Landschaft. Südöstlich von Berlin gelegen,
mäandert die Spree für ein paar Flußkilometer und sorgt somit für eine von
zahllosen, wildromantischen kleinen Kanälen durchzogene Kulturlandschaft, die
es so wohl nicht noch einmal auf der Welt gibt. Empfehlenswert ist es, statt
einer klassischen "Kahnfahrt" zum eigenen Paddel zu greifen
und ein Kanu zu mieten, mit dem man dann selbständig auf Entdeckungstour gehen
kann. Leo und Gitti hat es jedenfalls sehr gefallen.
Am frühen Abend trafen wir dann in
Ahrenshoop ein, unserem Ostsee-Urlaubsort für die nächsten 10 Tage. Das Hotel
Fischerwiege, etwas konservativ aber durchaus ansprechend eingerichtet,
enttäuschte uns zunächst etwas mit seiner Lage. Die Ostsee ist mit 200m Abstand
zwar ganz nah, aber dennoch ist das Hotel im Dünenwald so gut verborgen, dass
uns Seeblick und entspannendes Meeresrauschen verwehrt blieb. Optisch ist das
Hotel ein sehr schönes Gebäude und verspricht romantische Tage, aber die
Herzlichkeit des Personals wirkt in Summe dann doch etwas aufgesetzt. Die
Kellnerin hat es auch nach dem dritten Tag nicht geschafft, auf Anhieb die bestellte Eierspeis-Variante zu bringen und der Kaffee war zu bitter gebrühter
Filterkaffee, dem es bis zum Ende unseres Aufenthalts hin nicht gelang, uns zu
schmecken.
Ahrenshoop selbst ist ein netter und
pittoresker kleiner Ferienort, der mit seinem Image als ehemalige
Künstlerkolonie dermaßen aufzutrumpfen sucht, dass es fast schon ein wenig
nervt. Eine Autorenlesung folgt der nächsten, zahllose Galerien reihen sich
aneinander… dafür gibt es dann aber auch so gut wie keinen Kinderspielplatz und
als wir mal das Kulturangebot in Form von Kabarettkarten nutzen wollten, waren
sie leider viel zu schnell ausverkauft. Schade.
Das Beste an Ahrenshoop waren ein toller
Segelausflug mit meinen Eltern auf einem so genannten „Zeesboot“ und auch das
wunderschön gelegene Restaurant "Buhne 12" und damit kommen wir
gleich zum negativsten Teil unseres Ostseeurlaubs! Zwar liegt das Restaurant
auf einer kleinen Steilküste, von der man einen tollen Sonnenuntergang bei
einem Spritzer Aperol und einem guten Schollenfilet genießen könnte, jedoch
waren aufgrund des heurigen Sommers die besten Voraussetzungen für eine
geschmeidige Mückenplage gegeben…eine Plage im wahrsten Sinne des Wortes!
Die
Viecher waren so aggressiv und "AUTAN-resistent", dass man sie quasi
an ihrem eigenen Stechrüssel aus dem Arm ziehen konnte - ungelogen! Konsequenz:
Kein einziges Frühstück im Freien, kein einziger lauer Sommerabend auf der
Zimmerterrasse und kein einziges entspanntes Abendmenü bei Kerzenschein. Eine
echte Qual, wofür die Ostsee zwar nichts kann, aber was einen nicht gerade zum
Wiederholungstäter in Sachen Ostseeurlaub animiert. Hinzu kommt noch die
relativ unbeständige Wetterlage (zur gleichen Zeit war Salzburg von einer Hitzewelle
geplagt – so was nennt man wohl Schicksal) und der bestenfalls spröde zu
nennende Charme der Gastgeber. Alles in allem haben wir uns mit Ahrenshoop kaum
anfreunden können. Aber Ahrenshoop ist nicht gleich Ostsee… es gäbe noch soviel
mehr: Rügen oder auch Warnemünde, mit seinem riesigen Strand und
abwechslungsreich zu beobachtendem Schiffsverkehr wäre mit Sicherheit die
bessere Alternative gewesen…
Leo zuliebe haben wir dann noch auf einer der großen Ostseefähren eine Überfahrt
nach Dänemark mitgemacht. Das Essen an Bord des dänischen Schiffes wäre
einen eigenen Blogeintrag wert, aber belassen wir es mal mit dem Adjektiv:
"ungenießbar". Der Fährhafen Gedser, den man nach knapp 2stündiger
Fahrt erreicht, versprüht in etwa den Charme von einem IKEA-Hochregallager,
allerdings auf einem Hundertstel von dessen Grundfläche. Zumindest konnte man
schöne Steine am Strand sammeln, bis wir mit der nächsten Fähre wieder den
Heimweg nach Rostock antraten. Gegen 16 Uhr strahlte die Sonne mit aller Kraft
die letzten Wolkenreste beiseite und bei dann wolkenlosem Himmel und angenehmen
Temperaturen kam, von Möwen begleitet, sogar ein wenig
Kreuzfahrtfeeling und endlich auch Urlaubsstimmung auf.
Der Tag der Weiterreise war verregnet und
machte uns den Abschied vom Meer
leicht und so starteten wir gleich weiter in Richtung Berlin. Dort angekommen
ging es, nach Bezug unseres Privatquartiers bei einer gut befreundeten Familie,
direkt zur größten Kaufhof-Filiale Deutschlands, zum Berliner Alexanderplatz.
Gitti wollte an alte Zeiten anknüpfen und frühere Kolleginnen treffen, die
leider ihrerseits im Urlaub waren. Dennoch hatten wir in der Feinkost-Abteilung
bei einem wirklich schmackhaften italienischen Essen unser Urlaubsgefühl
erneut wiedergefunden und waren bis zum Kassenschluß (22 Uhr!!!) dankbare Gäste beim "Kaufhof-Italiener".
Die nächsten beiden Tage haben wir die
wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins kennengelernt und natürlich mit Leo auch
den Fernsehturm besucht. Eine tolle Erinnerung wird uns auch der Fundusverkauf
der "Komischen Oper" bleiben, da wir um die Gelegenheit, einen
antiken Luster und einen ebenso antiken Medaillon-Stuhl relativ günstig für
unser neues Haus zu erstehen, nicht herumkamen.
Die Fahrt von Berlin nach Salzburg verlief
ohne jeden Stau und völlig problemlos, sodass wir ganz erstaunt waren, wie
schnell wir wieder zu Hause waren.
Was bleibt als Quintessenz von diesem
Urlaub? Berlin, Dresden und auch der Spreewald sind in jedem Fall eine Reise
wert. Die Ostsee ist facettenreich - so wie ihre Küste und bietet auf jeden
Fall Erholung – jedoch mit Abstrichen in Bezug auf Wetterstabilität und
Herzlichkeit. Für die Mücken kann niemand etwas, aber auch einem unbekannten
Gast einfach mal offen und herzlich in die Augen zu blicken vielleicht sogar
begleitet von einem Anflug von Lächeln wäre schon mal ein guter Start in die
vielzitierte Dienstleistungsgesellschaft.
Anbei eine
kleine Bilderauswahl zu den schönsten Momenten unserer Tour de l'Est…
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